Verein & Vereinsleben

Wir, der Luftsport-Club Dümpel e.V. sind eine flugbegeisterte, aktive Gemeinschaft von etwa 200 Mitgliedern, darunter einer sehr aktiven Jugendgruppe. Da Du bereits ab 14 Jahren mit der Ausbildung zum Piloten beginnen kannst, finden bei uns Leute von 14 bis ins hohe Alter ein zu Hause. Übrigens finden sich vor allem in der Gruppe der jüngeren Mitglieder eine erhebliche Zahl ambitionierter Pilotinnen. Fliegen ist also keineswegs ein nur ein „Männersport“.

Wir fliegen bei geeignetem Wetter an jedem Wochenende zwischen Ostern und Ende Oktober. Aber auch neben dem normalen Wochenendflugbetrieb ist das Angebot im LSC Dümpel sehr breit gefächert: Ausbildung zum Segel- und Motorflugpiloten, gemeinsame Wettbewerbe, Urlaube und Fliegerlager, Leistungs- und Streckenflüge im Segelflug, Segelkunstflug oder der Betrieb historischer Flugzeuge. Kurz: Jeder der sich für den Luftsport begeistert wird hier seinen Platz finden.

Der Erhalt und der Betrieb unseres Flugzeugparks und des Flugplatzes ist nicht billig. Um dieses tolle Hobby trotzdem auch für Jugendliche finanzierbar zu halten, ist es wichtig, dass alle Spaß daran haben, auch mit anzupacken. Bei der Organisation des Flugbetriebs, der Wartung unserer Flugzeuge und bei der Ausrichtung des jährlich stattfindenden Flugplatzfestes.

Wenn auch Du einmal den Flugsimulator gegen einen echten Steuerknüppel tauschen möchtest und bereit bist mit anzupacken, bist Du bei uns genau richtig. Am besten besuchst Du uns einfach einmal an einem Wochenende auf unserem schönen Flugplatz „Auf dem Dümpel“ um uns kennen zu lernen. Hier können wir Dir auch alle Deine Fragen beantworten.

Für einen ersten Eindruck schaust Du Dir am besten einmal das nebenstehende Video an.

Flugplatzgeschichte

1934
Erster Flugbetrieb "Auf dem Dümpel"

In kleinen Hüpfern ging es am Anfang per Gummiseilstart hinunter in Richtung der heutigen Halle 1. Einige wagten aber auch damals schon den Start über die Hangkante hinaus und landeten dann in der Pernze.

1937
Bau der ersten Flugzeughalle
Nachdem der Segelflugsport im Oberbergischen immer mehr an Bekanntheit und Beliebheit gewonnen hatte wurde 1937 die erste Flugzeughalle gebaut. Bis kurz vor Kriegsende waren dort 4 Segelflugzeuge, darunter ein Grunau Baby und ein SG 38, sowie ein Motorflugzeug untergestellt. In den letzten Kriegstagen ging die Halle samt untergestellten Flugzeugen in Flammen auf und wurde dabei völlig zerstört.
03. November 1951
Neugründung des Segelfliegerclub (SFC) Bergneustadt e.V.
Auf Einladung ehemaliger Segelflieger trafen sich 32 Interessierte im damaligen Hotel Hollmann zur Gründerversammlung. 21 davon erklärten ihren sofortigen Beitritt. Der durch den Mehrheitbeschluss gewählte geschäftsführende Vorstand setzte sich wie folgt zusammen: 1. Vorsitzender Martin Faulenbach, 2. Vorsitzender Reinhard Rothstein, Schriftführer und Kassierer Walter Schalditz.
07. Februar 1952
Kauf eines SG 38
Am 07.02.1952 war die Entscheidung getroffen: Der Segelfliegerclub Bergneustadt e.V. bestellt einen "SG 38 mit Anschnallgurt" zum Preis von 1.280,- DM. Finanziert wurde das neue Flugzeug teilweise durch den Verkauf sogenannter "Bausteine".
22. März 1952
Neugründung des Luftsport-Verein Gummersbach e.V.
Im März 1952 fanden sich 47 Flugbegeisterte aus Gummersach und Umgebung im Speisesaal der Firma L. & C. Steinmüller zur Gründerversammlung zusammen. Am 22.03.1952 wurde dann der Luftsport-Verein-Gummersbach e.V. gegründet. 1. Vorsitzender Helmut Rauh, 2. Vorsitzender Helmut Bremicker, Geschäftsführer Rudolf Mertel, Besitzer Hans Funcke und F. Schrip
Mai 1953
Dümpelfalke
Auf dem Kirchplatz in Bergneustadt erhielt der SFC im Mai 1953 eine landeseigene Mü 13E zur Verfügung gestellt. Es wurde auf den Namen "Dümpelfalke" getauft. Es war das damals erste doppelsitzige Segelflugzeug auf dem Dümpel.
01. Juni 1953
Zusammenschluss umliegender Vereine
Im Juni 1953 schlossen sich die umliegenden Luftsportvereine zum Dümpelverband e.V. zusammen. Ihnen gehörten folgende Vereine an: SFC Bergneustadt, LV Gummersbach, LV Aggertal (Dieringhausen), LV Engelskirchen LF Olpe und als Gast der SFC Wipperfürth
September 1953
Wiederaufbau Flugzeughalle
Nachdem man sich die beiden Vereine zusammen mit den Landbesitzern einig waren, wurden im Sommer 1952 Pachtverträge geschlossen und gemeinsam begann man die zum Kriegsende hin völlig zerstörte Flugzeughalle wieder aufzubauen. Im September 1953 konnte dann Richtfest gefeiert werden.
Herbst 1953
Bau eines SG 38
Im Herbst 1953 begann der LV Gummersbach e.V. mit dem Bau eines SG 38. Hierzu stellte die Firma Steinmüller einen alten Pferdestall als Werkstatt zur Verfügung.
1954
Erster regelmäßiger Flugbetrieb
Nachdem sich der LV Aggertal (Dieringhausen) als eigenständiger Verein auflöste und sich dem LV Gummersbach anschloss begann Ostern 1954 der erste regelmäßige Flugbetrieb auf dem Dümpel. Geflogen wurde auf dem Dümpelfalken des SFC Bergneustadt, die zwischenzeitlich auch einen 120 PS Horch als Winde umgebaut hatten. Im gleichen Jahr erhielt der LV Gummersbach einen Bausatz für einen Doppelsitzer vom Typ Doppelraab IV. Dieser wurde von den fleißigen Fliegern in 3400 Arbeitsstunden zusammengebaut.
1955
SG 38, Doppelraab & Röhnlerche
Nachdem der SG 38 und der Doppelraaab fertig gebaut waren wurden sie zur Abnahme durch den Bauprüfer, Herrn Ing. Roch, in Hangelar abgenommen und konnten danach zum Dümpel transportiert werden. Im selben Jahr kaufte der SFC Bergneustadt aus eigenen Mitteln eine doppelsitzige Röhnlerche.
1956
Ströppchen & Wolkenkratzer
Im Juli 1956 wurden die Segelflugzeuge Doppelraab und SG 38 des LV Gummersbach auf dem Platz vor der Stadthalle von den Kindern des Herrn Brauereibesitzers Haas auf die Namen "Ströppchen" und "Wolkenkratzer" getauft.
1957
Beginn des Motorflugs auf dem Dümpel
Die Motorflieger der Vereine schlossen sich zusammen und kauften im Mai 1957 in der Schweiz am Flugplatz Grenchen eine Piper J3C mit 85 PS. Die Überführung aus der Schweiz zum Dümpel stellte sich nicht so einfach dar. Schwierige Wetterverhältnisse zögerten die Überführung hinaus, sodass das Schleppflugzeug erst Anfang 1958 ankam.
1958
Luftsport-Verein-Oberberg e.V. (LVO)

Anfang 1958 beschloss der LV Gummersbach e.V. seinen Namen in "Luftsport-Verein Oberberg e.V." zu ändern, um sich somit besser als eine Einheit bestehend aus den Ortsgruppen Gummersbach, Marienheide, Osberghausen, Dieringhausen und der Motorfluggruppe präsentieren zu können. Eingetragen im Vereinsregister wurde der Verein unter dem neuen Namen am 17.02.1958. Ebenfalls in diesem Jahr wurde die Flugzeughalle fertiggestellt.

1962
LVO baut Flugzeughalle
Im Jahr 1962 entschloss sich der LVO eine eigene Flugzeughalle zu bauen. Dies war mit einigen Schwierigkeiten verbunden, da der LKW bei der Anlieferung ca. 300 Meter vor dem Fundament im Morast stecken blieb. So mussten die Fertigbauelemente mit einem Trecker zu Baustelle gebracht werden. Die schweren Stahlträger wurden in einer Menschenkette Stück für Stück hochgetragen.
1963
Erster großer internationaler Flugtag
Die Geburtsstunde der Großflugtage, die dann jährlich durch den SFC Bergneustadt und LV Oberberg organisiert wurden. Im ersten Jahr unter anderem mit der Teilnahme einer Heeresfliegerstaffel der beglischen Luftwaffe.
1964
1781 Starts - Neuer Rekord
Die Flugsaison 1964 brachte einen neuen Rekord der Startzahlen. 1781 Starts war bis dahin absolute Bestleistung. Außerdem schaffte Erwin Hartmann als erster Segelflieger des LVO einen Überlandflug über eine Strecke von 300 km mit der vereinseigenen Ka 8 und landete nach fast 9 Stunden in der Nähe von Hamburg.
1965
Turmbau & Flugplazgemeinschaft
Gemeinsam arbeiteten beiden Vereine an der Startbahnverlängerung, die Mitte 1965 abschlossen werden konnte. Außerdem schlossen sich im Juli 1965 der SFC und LVO zur "Flugplatzgemeinschaft Dümpel e.V." zusammen, um mit dieser Gemeinschaft die gemeinsamen Belange besser organisieren und verwalten zu können. Im selben Jahr baute der LVO dein eigenst konstruierten Flugsicherheitsturm auf das heutige Terminal 2. Der SFC kaufte in diesem Jahr eine Ka 6 und eine doppelsitzige Ka 7.
1968
Anbau an Halle 2
Im Jahr 1968 baute der SFC an seine Halle 2 eine Erweiterung an, welche als Werkstatt diente. Erfreulicherweise konnte auch ein starker Mitgliederzuwuchs verzeichnet werden. 102 Mitglieder zählten zu dem Zeitpunkt zum SFC Bergneustadt.
1971/1972
Zuwachs im Flugzeugpark

Im September 1971 erhielt der LVO seinen Motorsegeler vom SF 25 B. Im folgenden Jahr erfreute sich der SFC über eine Morane. Inzwischen war der Flugzeugpark des SFC auf fünf verschiedene Segelflugzeuge angewachsen.

1973
1973 - Das schwarze Jahr

Nachdem die Stadt Bergneustadt durch Vorleistung der Dümpelflieger Eigentümerin des Flugplatzgeländes geworden war glaubten die Flieger fest an die von der Stadtdirektor Dr. Rothe versprochene "große Zukunft" des Flugplatzes. Doch weit verfehlt... Am 22. März 1973 schlug es wie eine Bombe ein: "Der Rat der Stadt Bergneustadt beschloß mit 27 Ja, ohne Gegenstimmen bei 2 Enthaltungen den städtischen Besitz auf dem Dümpel an eine Interessengruppe zur Errichtung von Anlagen für Freizeit und Erholung zu verkaufen."

Auf Wunsch des Bürgermeistern, Herrn Schalenbach, wurden die Vertreter des Luftsport noch am gleichen Tag informiert.

Sofort wurden alle erreichbaren Fliegerkameraden alarmiert und nach kaum einer halben Stunde stürmten mehr als fünfzig Dümpelaner ins Bergneustädter Rathaus - sie konnten das alles einfach nicht glauben. Doch es war bitterer Ernst - der Ratsbeschluss stand entgültig fest.

Was sich dann in den beiden Vereinen abspielte kann man heute einfach nicht mehr beschreiben. Die erste Kopflosigkeit hatte sich jedoch schnell verloren und der über Nacht gebildete "Krisenstab" der Flugplatzgemeinschaft unter der Regie von Horst Kempkes und Friedhelm König war Tag für Tag im Einsatz.

Die Flieger starteten zunächst eine großangelegte Aktion unter dem Motto: "Rettet den Dümpel"

Durch Handzettel wurde die Bevölkerung des Oberbergischen Kreises informiert, mit Plakaten und Autoaufklebern machte man auf die Probleme aufmerksam. Politiker aller Parteien bis zum Bundestag wurden mit den Sorgen der Flieger konfrontiert, die Zeitungen berichteten fast täglich vom Dümpel - es wurde einfach alles Erdenkliche getan, um das Blatt noch zu wenden.

Und das brachte den "Streitern für den Dümpel" eine Flut von Sympathiebekundungen aus nah und fern, von denen eine besonders wert ist hier zu erwähnen.

Es ist der Brief der wohl bedeutensten Fliegerin der Welt - Hanna Reitsch - die bei einer Vortragsreise durch das Oberbergische von der Not der Flieger erfuhr und spontan ihre Hilfe zusagte.

All diese positive Resonanz und nicht zuletzt die Haltung der oberbergischen Bevölkerung - fast 6.000 Bürger bekannten sich mit ihrer Unterschrift für die Erhaltung des Flugplatzes - gaben den Fliegern den Mut, die Aktion mit einer großen Protestkundgebung zu beenden.

Mit ihren Segelflugzeugen auf den Hängern starteten die Dümpelaner in einer Korsofahrt von Gummersbach nach Bergneustadt und versammelten sich vereint mit Hunderten von Sympathisanten auf dem Platz vor der Sparkasse - ein Bild was die Beteiligten der Aktion nie vergessen werden.

Das Fernsehen hatte seine Kameras aufgebaut, Riesentransparente waren montiert und die anwesenden von Rat und Verwaltung wurden reichlich mit "Buhrufen" bedacht, eine Stimmung, die sich die Betroffenen nur wünschen konnten. Und nachdem diese Protestkundgebung dann im Fernsehen ausgestrahlt wurde verstärkte sich der Druck auf die Verantwortlichen der Stadt Bergneustadt in einer Weise, dass sich die Stadt endlich verhandlungsbereit zeigte.

Und dann kam die große Stunde von Dr. Bertrams, der von Gerhard Kienbaum zur Verfügung gestellt wurde:

Nach langen Gesprächen und Verhandlungen hob der Rat von Bergneustadt den Beschluss über den Dümpelverkauf an die Kölner Interessengruppe auf und bot nach langen Diskussionen der Flugplatzgemeinschaft das Gelände zum Kauf an:

"Der Rat der Stadt Bergneustadt beschloss in seiner Sitzung am 23. August 1973, das Gelände auf dem Dümpel an die Flugplatzgemeinschaft zu verkaufen, unter der Bedingung, dass die gesamte Kaufsumme in Höhe von ca. 550.000,- DM bis zum 1. Oktober 1973 an die Stadtkasse zu zahlen ist."

Dieser Beschluss hätte normalerweise nur zur Kapitulation der Flieger führen müssen. Doch auch von dieser neuen Situation ließen sich die Dümpelaner nicht entmutigen. Allmählich routiniert, starteten sie mit einer großen Baustein-Aktion. So gingen mit Sammelbüchsen an den Häusern vorbei, schrieben Bittbriefe an Gott und alle Welt, sammelten Altpapier und organisierten eine Veranstaltung nach der anderen. Doch all diese Gelder hätten nicht gereicht, wenn nicht die Flieger selbst zu jedem finanziellen Opfer bereit gewesen wären. Den größten Beitrag jedoch leisteten der Oberbergische Kreis und die Stadt Gummersbach.

An den Dank für diese finazielle Unterstützung knüpften die Luftsportler das Versprechen, den "Flugplatz Auf dem Dümpel" als Ort flugsportlicher Begegnung zu erhalten und der Jugend damit auch in Zukunft eine vorbildliche Ausbildungsstätte zu garantieren.

Damit war in der geforderten Zeit die Kaufsumme bis auf 240.000,- DM sichergestellt. Und diese fehlende Summe wurde von der Spar- und Darlehnskasse in Meinerzhagen finanziert - zu einer Zeit, in der trotz Sicherheiten keine Müde Mark locker zu machen ging. Das Vertrauen dieser Bank wussten die Flieger auch zu schätzen und sie haben die SpaDaKa nicht enttäuscht. Ende des Jahre 1976 war die Gesamtschuld restlos getilgt und die Verantwortlichen dieses abenteuerlichen Unternehmens "Flugplatz-Kauf" konnten wieder ruhig schlafen.

Damit wäre das Kapitel "Schwarzes Jahr 1973" abgeschlossen - aber nicht vergessen!

1974/1975
Flugzeugpark wächst weiter
Aus eigenen Mitteln kauften Mitglieder des LVO ein 4-sitziges Motorflugzeug vom Typ Morane. Zu Beginn des Jahres 1975 schaffte der Verein das langersehnte und erste Kunststoff-Hochleistungssegelflugzeug "Club Libelle 205" an. Zur besseren Kontaktpflege untereinander und mit den Gästen wurde neben der Unterkunft eine Feuerstelle samt Bänken und Tischen errichtet.
1975
Clubhaus Brand
Das Clubhaus des SFC Bergneustadt brannte am 24.10.1975 bis auf die Grundmauern nieder. Die Sachverständigen ermittelten Brandstiftung, jedoch konnte ein Täter nie ermittelt werden. Trotz leerer Kassen entschloss sich der Verein das Clubhaus in Eigenleistung wieder aufzubauen.
1976
Neue Maßstäbe im Streckensegelflug
Im Jahr 1976 wurden insgesamt 18.830 Streckenkilometer auf Vereinssegelflugzeugen des LVO zurückgelegt, welche zum großteil durch Jugendliche Piloten erflogen wurden. Nur durch die unermüdliche Arbeit der Mitglieder, die bis zu diesem Zeitpunkt schon ca. 10.000 Arbeitsstunden für den Wiederaufbau geleistet hatten, konnte der SFC Im Juni 76 Richtfest seines Clubhauses feiern.
1980/1981
Hallenbau
Da die beiden vorhandenen Hallen aus allen Nähten platzten bemühten sich die Vorstände um Zuschüsse für einen neuen Hallenbau. Nach mehreren Zurückweisungen signalisierte der RP Düsseldorf im Herbst 1980 dann doch die Möglichkeit eines Zuschusses. Im November rückten schon die Bagger an und der Bau begann. Der Wintereinbruch und eine lange Frostperiode legten die Arbeiten bis April 1981 lahm. Am 11. September 1981 erfolgte dann endlich die Schlüsselübergabe.

Impressionen zur Flugplatzgeschichte